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Wohnhaussanierungen in Naumburgs Altstadt
Wohnhaus Weingarten 11 in NaumburgWohnhaus Weingarten 11 in NaumburgWohnhaus Weingarten 11 in Naumburg
Wohnhaus Weingarten 11 in NaumburgWohnhaus Weingarten 11 in Naumburg 

Weingarten 11 in Naumburg – Auszeichnung mit dem NABU-Preis 2004 für besonders vorbildliche Gebäude im Bereich ökologischer Sanierung und Neubau

Das o.g. Grundstück wurde Ende 18. / Anf. 19. Jh. mit einem für diese innerstädtische Lage typischen Haustyp bebaut. Während sich die schmale Traufseite (6,80 m) an der Straße befindet, entwickelt sich die eigentliche Bautiefe (Giebel ca. 11,30 m) in den Hof hinein. Dieser Hof wird nur über eine Hausdurchfahrt von der Straße her erschlossen. Im rückwärtigen Teil des Grundstücks stand noch die Ruine eines Nebengebäudes, das früher als Schmiede genutzt wurde. Auch die übrigen Räume im EG, die sich neben der Durchfahrt befinden, wurden ehemals nicht zu Wohnzwecken, sondern als Werkstatt- bzw. Ladenflächen genutzt. Die eigentliche Wohnung befindet sich erst im 1.OG, in das man über eine rückwärtige, steile Holztreppe gelangt. Das relativ große Dachgeschoss war nicht ausgebaut.

Entsprechend der ursprünglichen Nutzung sollten die Erdgeschossräume weiterhin den Werkstattcharakter behalten. Die eigentlichen Wohnräume liegen im 1.OG, allerdings mit einer großzügigen Erweiterung um die Flächen im Dachraum.

Durch den jahrelangen Leerstand und die Jahrzehnte lange Vernachlässigung musste bei dem Zustand dieses kleinen innerstädtischen Reihenhauses mit einem hohen Sanierungsaufwand gerechnet werden. Die rückwärtige Außenwand zum Hof aus Stampflehm war in Teilen bereits eingestürzt. Die Dachkonstruktion hing wegen der viel zu geringen Dimensionierung an einigen Stellen durch und die Dachhaut war seit Jahren undicht, so dass Niederschlagswasser ungehindert eindringen und bis ins Erdgeschoss laufen konnte.

Nachdem die Finanzierung geregelt war und Zusagen über Fördergelder der Stadt Naumburg vorlegen, konnte Anfang Juni 1999 mit der Sanierung begonnen werden. Das Dach wurde zur Entlastung für die Fachwerksanierung komplett abgedeckt und alle abzubrechenden Gefache entfernt. Beide Außenwände im OG und Teile der Innenwände wurden gemäß Bestand neu abgebunden und die Deckenbalken in den vom Holzschutzgutachter festgestellten Schadbereichen saniert. Ende August konnte nach dem Neuabbund sämtlicher Sparren ein zünftiges Richtfest gefeiert werden. Bis zum Wintereinbruch wurde das Haus winterfest gemacht, d.h. Neuausmauerung der Gefache, Einsetzen der neuen Fenster, Verschalung des Daches, Einblasen der Zellulosedämmung und die Neueindeckung mit alten Ziegeln.

Während Innenputzarbeiten, Deckenfüllungen, Elektroarbeiten und Treppenneubau von Firmen ausgeführt wurden, erfolgte die übrige Innenausstattung (Dielen, Malerarbeiten, Heizung, Fliesen) komplett in Eigenleistung. Im darauffolgenden Frühjahr erhielt die Fassade einen Dämmputz (Hanf-Lehm-Kalk) mit Freskoanstrich. Das Erdgeschoss wurde erst nach Bezug des Gebäudes in Eigenleistung saniert (außer Holzarbeiten am Fachwerk), ebenso der Ausbau der alten Schmiede zu einem kleinen Werkstatt- und Garagengebäude und die Begrünung der Hoffläche. Seit dem Jahr 2002 sind alle Arbeiten weitestgehend abgeschlossen.

Die Zielstellungen des Projektes können wie folgt zusammengefasst werden:

  • Schaffung eines „Eigenheimes“ auf der Grundlage älterer, ungenutzter Bausubstanz
  • Kein zusätzlicher Flächenverbrauch und Beitrag zur Wiederbelebung der Altstadt
  • Ökologisches, ressourcenschonendes Bauen und denkmalgerechte Sanierung
  • Wiederverwendung vorhandener und historischer Baumaterialien
  • Verbindung von Anforderungen an modernes Wohnen mit vorgefundenen Aufteilungen und Raumverhältnissen
  • Gesundes Raumklima durch ausgewählten Materialeinsatz
  • Anwendung traditioneller Bauweisen mit hohem Anteil an lebendiger Arbeit
   

 
Wohnhaus Othmarsweg 8 in Naumburg	Wohnhaus Othmarsweg 8 in Naumburg	Wohnhaus Othmarsweg 8 in Naumburg
Wohnhaus Othmarsweg 8 in Naumburg	  
 
Wohnhaus Othmarsweg 8 in Naumburg.