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Markt 6 "Schlösschen" in Naumburg

 

Markt 6 "Schlösschen" NaumburgMarkt 6 "Schlösschen" NaumburgMarkt 6 "Schlösschen" Naumburg
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Markt 6 „Schlösschen“


Bauherr: Stadt Naumburg
Ausführungszeitraum: 2009 - 2011
Gesamtkosten: 2,8 Mio.


Das zweigeschossige Gebäude mit ausgebautem Dachgeschoss besteht aus drei Gebäudeteilen aus unterschiedlichen Bauepochen. 1495/98 wurde das Kramer- /Bänderhaus mit 5 Kellergewölben und 7 Verkaufsgewölben im Erdgeschoss zwischen Markt und Wenzelskirchhof unter Verwendung von Grundmauern zweier Bürgerhäuser errichtet. An der Westseite entstand 1537/41 das später so genannte „Schlösschen“ “ (kurzzeitiger Wohnsitz des 1. und einzigen evangelischen Bischof Naumburgs, Nikolaus von Amsdorf). Es besitzt einen großen Gewölbekeller, der wesentlich tiefer als die Keller unter dem Kramerhaus liegen. Im Erdgeschoss befanden sich ursprünglich 2 weitere Gewölbe und ein Durchgang, der den direkten Zugang vom Rathaus zum Ratsherrenportal der Stadtkirche gewährleisten sollte. Frühestens 1654 wird ein südlicher Anbau an das Kramerhaus angefügt. Beide Gebäudeteile werden 1873 baulich durch ein neues Dach zusammengefügt. Zwischen 1946 und 15 erhält der Gebäudekomplex sein jetziges Aussehen durch die Errichtung der 4 Zwerchhäuser nach dem Vorbild des Schlösschens.

Im Jahr 2011 fand vom 29.06.-02.11. in Naumburg die Landesausstellung „Der Naumburger Meister - Bildhauer und Architekt im Europa der Kathedralen“ statt. Nach der umfassenden Sanierung des Gebäudes wurde ein Teil der Ausstellung (Themeneinführung) im gesamten Obergeschoss des Schlösschens gezeigt. Die Ausstellung musste barrierefrei zugänglich sein und es wurde ein Energiekonzept mit einem Blockheizkraftwerk geplant, um die Betriebskosten für die Zukunft niedrig zu halten. Seitens der Stadt wird das Obergeschoss weiter durch Wechselausstellungen und/oder thematische Dauerausstellungen (z.B. Wohnen zu Zeiten Luthers anlässlich der Lutherdekade) öffentlich nachgenutzt. Die Touristeninformation zog nach der Landesausstellung wieder ins Erdgeschoss ein. Das Dachgeschoss beherbergt Büro- und Lagerflächen für die Touristeninformation und das Kulturmanagement, so dass diese städtischen Einrichtungen an einem Standort zusammengefasst werden.

Der Zugang zur Landesausstellung 2011 sollte nicht nur über den jetzigen südlichen Eingang gewährleistet sein, sondern es war ein Eingang von der Marktseite zwingend erforderlich. Die Gewölberäume im Erdgeschoss dienten als großzügige Eingangshalle. Nach 2011 zog die Touristeninformation in die hergerichteten Räume um. Die ursprüngliche Verbindung vom Rathaus zum Ratsherrenportal der Wenzelskirche griff der Entwurf wieder auf. Es wurde ein interessanter Durchblick zur Kirche geschaffen, die Hinterhofsituation zwischen Schlösschen und Wenzelskirche aufgebrochen und die Wenzelsturmbesteigungen, die von dieser Seite möglich sind, mehr ins öffentliche Blickfeld gerückt. Um Vandalismus zu vermeiden, wird der Zugang nur zu den Geschäftszeiten geöffnet und ansonsten mit je einem Gittertor verschlossen sein. Der sich anschließende westliche Erdgeschossteil des Schlösschens steht für eine Ladenvermietung (Größe ca. 40 m² mit eigener Toilette und Lagerraum) zur Verfügung. Vom Durchgang ist außerdem eine direkte und eigene Zugänglichkeit über ein neu eingebautes Treppenhaus zum Schlösschen gegeben, so dass hier unabhängig vom übrigen Teil eine eigene Nutzung im 1. Obergeschoss und Dachgeschoss möglich ist. Um die Großzügigkeit und Flexibilität des gesamten Obergeschosses einschließlich des Schlösschens zu erhalten, bzw. noch zu vergrößern, befinden sich alle Nebenräume, wie Toiletten, Aufzug und Heizungsraum im südlichen Teil des Gebäudes. Zwischen dem nördlichen Teil mit seinen beeindruckenden Gewölben und dem südlichen Anbau gibt es einen Niveauunterschied von ca. 50 cm. Um Barrierefreiheit herzustellen, ist ein Aufzug so im Gebäude platziert, dass dieser Höhenunterschied mit einer eigenen Haltestelle zusätzlich zu den beiden Etagen überbrückt werden kann. Neben den nach Geschlechtern getrennten Toiletten gibt es auch ein Behinderten-WC. Die Raumstruktur im Obergeschoss wurde weitestgehend erhalten bzw. durch den Abbruch später eingefügter Raumtrennungen wiederhergestellt.