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Umbau Superintendentur, Domstr. 6, Merseburg

 

Superintendentur Merseburg Superintendentur Merseburg Superintendentur Merseburg
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Bauherr:  Kirchenkreis Merseburg
Entwurf:  Cronau & Kretzschmar, Dipl.-Ing., Architekten
Das Gebäude Domstraße 6 in Merseburg wurde 1902 - 04 als Superintendentur der ev. Kirche im Neorenaissance-Stil erbaut. Im Erdgeschoss befinden sich die Büroräume und im Ober- und ersten Dachgeschoss die Dienstwohnung für die Familie der Superintendentin. Es stellt durch seine Lage und durch seine Gestaltung eines der repräsentativsten Gebäude der Merseburger Altstadt dar.

Seit Mitte der 90-er Jahre wurde durch unser Büro in mehreren Bauabschnitten umfangreiche Sanierungsmaßnahmen durchgeführt. 2006 entstand durch Umstrukturierungen Bedarf für einen zusätzlichen Büroraum und das gesamte Erdgeschoss musste planerisch neu überdacht werden. Es sollte ein größerer Versammlungsraum im Kernbereich und ein Büroraum über der vorhandenen Veranda entstehen.

Das gesamte Erdgeschoss wurde vorsichtig und denkmalgerecht modernisiert. Dabei wurden sämtliche Fußböden erneuert, ein zweites WC eingebaut und zwei größere Räume, die nach Westen orientiert sind, zu einem großen Raum zusammengefasst. Um die Flexibilität der Nutzung zu erhöhen, wurde eine mobile Trennwand  zwischen  den beiden Teilräumen eingebaut.  

Die westliche Veranda, die zum Garten orientiert ist, lag über einem Kellervorbau und hatte eine Grundfläche von ca. 12 m². Um den angestrebten Flächenbedarf von ca. 18 m² für den Büroraum der Superintendentin zu realisieren, musste über Abriss der Veranda und einen Neubau nachgedacht werden. Der Entwurf folgt dieser Zielvorgabe in der Form, dass eine neue moderne Glasveranda über den Kellervorbau auskragend realisiert wurde. Es sollte kein Nachbau im Renaissancestil erfolgen, sondern durch eine moderne Gestaltung ein Kontrapunkt gesetzt werden.

 Die Denkmalschutzbehörde stimmte dem Abriss der vorhandenen Holzveranda nur unter Auflagen zu. Aus diesem Grund musste die höchst mögliche Feingliedrigkeit aller Profile angestrebt werden. Dies wurde erreicht, in dem die Glasfassade als eine Sandwichkonstruktion in Holz und  Aluminium  ausgeführt  wurde,  die  sich  durch  sehr

schmale außenseitige Aluprofile und innenseitige Holzprofile auszeichnet. Die Eckausbildung wurde profillos als Ganzglasecken realisiert. Auch die Kragplatte und das oberseitige Flachdach sollten so schmal wie möglich konstruiert werden. Der Fußbodenaufbau besteht daher aus einer 12 cm starken Stahlbeton-Kragplatte mit einer hochwertigen Dämmverbundplatte und dunklem Hirnholzparkett als Bodenbelag. Entsprechend einer sorgfältigen Detailplanung wird der Blick ohne störende Schwell- oder Sturzhölzer in die Natur freigegeben. Das Flachdach, aus einer Holzsandwich-Konstruktion bestehend, erhielt eine extensive Begrünung.

Da zusätzliche Jalousien, Markisen, Rollläden oder ähnliche Beschattungssysteme den filigranen Gesamteindruck gestört bzw. durch notwendige Schienen beeinträchtigt hätten, wurde blau getöntes Sonnenschutzglas als Schutz gegen intensive Sonneneinstrahlung ausgewählt. Dies hat sich als sehr wirkungsvoll herausgestellt. Es entsteht trotz der durchgängigen Glasfront keine unangenehme Blendung bzw. keine Überhitzung des Raumes. Tagsüber, während der Arbeitszeit, ist die Glasfassade von außen nicht einsehbar. Von innen bietet sie dagegen einen wunderschönen Blick auf den Garten und auf Teile Merseburgs. 

Der neue Anbau wird mit einer eigenen Luft-/Wärmepumpe im Sommer gekühlt und im Winter beheizt. So entsteht ein angenehmes Raumklima, Energie wird eingespart und die Betriebskosten werden so gering wie möglich gehalten.