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Pfarrhaus in Röcken

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Pfarrhaus in RöckenPfarrhaus in Röcken 

Friedrich Wilhelm Nietzsche wurde am 15. Oktober 1844 im Pfarrhaus Röcken bei Lützen geboren. Seit 1841 war sein Vater Karl Ludwig Nietzsche Pastor der kleinen evangelischen Gemeinde. Friedrich Nietzsche erwähnte das um 1820 errichtete, direkt neben der Kirche und dem Friedhof gelegene Pfarrhaus in seinen Aufzeichnungen als in einem guten Zustande, besonders hob er das Studierstübchen im Obergeschoss hervor. Nach dem Tod des Vaters verließ die Familie 1850 Röcken um nach Naumburg zu ziehen. Ohne Unterbrechung wurde das Haus seitdem vom jeweiligen Amtsinhaber als Wohnung im Zusammenhang mit Gemeinderäumen im Erdgeschoss genutzt. Wie überall in den neuen Bundesländern wurden Gebäude und Außengelände so vernachlässigt, daß bereits 1990 ein enormer Sanierungsstau vorlag. Nach der Fassadeneinrüstung musste der gesamte schadhafte Außenputz abgeschlagen werden. Dabei wurden auch Schäden des Fachwerks und der Gefache behoben. Da es sich um eine sehr inhomogene Außenwandstruktur handelte (Fachwerk, Ziegelmauerwerk und Massivlehm) wurden Schilfrohrmatten als einheitlicher Putzträger, der gleichzeitig den Dämmwert der dünnen Fachwerkwände (15 cm) im OG verbessert, aufgebracht. Das endgültige Farbkonzept für Fenster, Fassade und Veranda wurde mit der Denkmalpflege entsprechend von Farbbefunden abgestimmt. Die Erdgeschossfenster wurden in diesem Zusammenhang erneuert und den Fenstern im OG in der Gestaltung angepasst. Die Innensanierungsarbeiten umfassten minimale Umbauten - den Einbau einer Treppenhaus-trennwand im OG, den Einbau von Toiletten im EG - und übliche Modernisierungsmaßnahmen an Wänden, Decken und Fußböden. Der vorhandene Lehmputz wurde, wo er schadhaft war oder bei den Baumaßnahmen beseitigt werden musste, ergänzt. Es wurde insgesamt auf eine behutsame und nicht zerstörerische Sanierung Wert gelegt.